Bürgermeisterin Nina Bezold im Gespräch mit Yannis Kagerbauer
Nina Bezold: Yannis, stell dich doch kurz vor: Wer bist du und warum beschäftigst du dich mit der Frage, was junge Menschen in Lauf brauchen?
Yannis: Ich bin der Yannis Kagerbauer aus Simonshofen, bin 12 Jahre alt und gehe in die 7. Klasse der Realschule in Lauf. Ich spiele Fußball beim SV Simonshofen und bin sehr familienbezogen. Bei uns wird viel gesprochen – und so sind auch viele Ideen entstanden, was Lauf für Jugendliche besser machen könnte.
Nina Bezold: Was findest du denn aktuell gut an Lauf für junge Menschen?
Yannis: Es gibt schon einiges: Sportvereine, das Freibad, die Innenstadt. Im Sommer ist das Freibad ein super Treffpunkt, und im Verein hat man Gemeinschaft. Das ist echt wichtig.
Nina Bezold: Du sagst aber auch: Es fehlt trotzdem etwas. Was genau?
Yannis: Ein richtiger Jugendtreff. Mir ist das bewusst geworden, als ich zwei 15-jährige Mädchen getroffen habe, die abends weggehen wollten. Sie meinten: Entweder McDonald’s oder Kaisergrill – sonst ist nichts los. Das JUZ macht schon um 19 bzw. 21 Uhr zu, und danach gibt es eigentlich keinen Ort mehr nur für Jugendliche. Längeren Öffnungszeiten des JUZ, so bis 23 Uhr, wären toll. Sonst hängen viele nur draußen rum und machen Blödsinn – nicht, weil sie wollen, sondern weil es keine Alternativen gibt.
Nina Bezold: Du hast auch viele konkrete Ideen für Freizeit und Events. Was wünschst du dir da?
Yannis: Zum Beispiel im Freibad: ein Beachvolleyballfeld oder mehr Tischtennisplatten.
Mega cool wäre auch, wenn die legendären Bade-Beats oder Berg-Beats wiederkommen würden. Ich kenne das nur aus Erzählungen, aber das war wohl richtig gut.
Nina Bezold: Du denkst also nicht nur an Räume, sondern auch an Erlebnisse?
Yannis: Ja. Auch Musik: Schülerbands im Biergarten am Kuniberg, Jam-Sessions, Tanz-Battles und auch öfter Partys, zB. zu Halloween oder Fasching. Einfach Sachen „just for fun“.
Nina Bezold: Was würde junge Menschen deiner Meinung nach besonders ansprechen?
Yannis: Kleine Dinge mit großer Wirkung: zum Beispiel eine Happy Hour nach der Schule – günstiger Döner, Pizza oder Eis gegen Schülerausweis. Das machen andere Städte schon.
Oder im Winter eine Eisfläche, wie in Erlangen oder Schwabach.
Nina Bezold: Wenn du einen Wunsch an die Stadt frei hättest: Was wäre dir am wichtigsten?
Yannis: Dass Jugendliche ernst genommen werden. Dass man uns zuhört und Orte schafft, an denen wir einfach wir selbst sein können.
Nina Bezold: Danke dir, lieber Yannis. Deine Ideen zeigen, wie viel Potenzial in unserer Jugend steckt. Und dass wir die vielen guten Angebote, die wir bereits im JUZ und durch den Jugendrat haben, noch besser bewerben müssen, wie zB durch eine feste Rubrik im MIT.
