In Lauf steckt ganz viel Europa!

Lieber Lauferinnen, liebe Laufer,
gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen Sie an die Europawahl am 9. Juni zu erinnern. Wir haben die Gelegenheit und wie ich finde, auch die Pflicht, unsere Stimme für die Zusammensetzung des neu zu wählenden Europäischen Parlaments abzugeben. Neu ist, dass erstmals auch die 16- und 17-Jährigen wählen dürfen.
Bayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland und Europa unsere Zukunft – so drückte es Franz Josef Strauß aus. Die EU, von vielen auch als ein zu technokratisches Gebilde verschrien, war von Anfang an ein Friedensprojekt. Gerade die aktuellen Kriege und Krisen führen uns deutlich vor Augen, dass nur Europa unseren Frieden sichert, unsere Wirtschaft stärkt und unsere Freiheit ermöglicht.
Dass nun vom 6. bis 9. Juni europaweit gemeinsame, freie Wahlen stattfinden, könnte man als besten Ausweis und Beleg des europäischen Friedensprojektes bezeichnen. Vor allem angesichts der Zugewinne rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien auf nationalen Ebenen ist es unsere Pflicht, als Demokratinnen und Demokraten zur Wahlurne zu gehen. Die Abgrenzung zu diesen Parteien ist klar: Nur wer pro Europa, pro Ukraine und pro Rechtsstaat ist, kann Partner sein.
Allzu oft sind die Errungenschaften Europas für uns zu selbstverständlich: grenzenloses Reisen, Arbeiten oder Studieren, die gemeinsame Währung den Euro. Vor allem aber der jahrzehntelange Frieden auf unserem Kontinent. Wir haben uns daran gewöhnt, es ist zum Alltag geworden. Was einerseits sehr gut ist. Doch nicht selbstverständlich, wenn wir dafür nicht auch eintreten.
Erst die Bauernproteste zu Beginn diesen Jahres haben uns vor Augen geführt, dass es vor allem auf Brüssel ankommt, die Weichen für die Landwirtschaft in Europa zu stellen. Und so verhält es sich auch mit den Themen Verbraucherschutz, Gesundheit oder Migration. Gerade die Migrationspolitik betrifft uns als Kommunen vor Ort ganz direkt.
Es kann uns gerade hier in Lauf nicht egal sein, wie dieses neue EU-Parlament zusammengesetzt ist und wer unsere Interessen auf europäischer Ebene vertritt. Denn wir Deutsche zahlen Milliarden an die EU. Ein Teil des Geldes kommt wieder zurück – durch die EU-Regionalförderung. Damit unterstützt die EU Firmen, Museen, Universitäten und Infrastruktur wie Straßen und den öffentlichen Nahverkehr.
Konkret bei uns in Lauf ist das z.B. das Industriemuseum, das für die Sonderausstellung „Industriewelten begreifbar machen – Mitmachen im Industriemuseum“ eine 70-prozentige Förderung (insgesamt 140.000 Euro) erhielt. Diese Mittel kamen aus dem LEADER Programm. Ein weiteres Förderprogramm ist der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) – hieraus flossen beispielsweise in die Friedhofstreppe in Neunhof rund 66.000 Euro.
Aber auch in die Erstellung eines regionales Gewerbeflächenkonzepts, der Weiterentwicklung des Radverkehrskonzeptes oder aber auch für die touristischen Infrastruktur für den Landkreis Nürnberger Land flossen EU-Gelder zurück in unsere Heimat.
Für ein starkes Bayern bzw. Lauf in Europa appelliere ich daher von Herzen an Sie, am 9. Juni zur Wahl zu gehen!
Herzlichst
Ihre Nina Bezold Zweite Bürgermeisterin